*** Magie - eine Einführung *** Erste Schritte in der Magie von Gudihl Inhalt: (0) Vorwort (1) Begriffsklärung: Was ist Magie? Verbindung Magie und Psychologie (2) Grundlagen: Körper, Geist und Seele sowie die Grundprinzipien (3) Erste Übung: Die innere Stimme (4) Übungen: Gedankenkontrolle (5) Der magische Seelenspiegel (6) Übungen: Visualisieren (7) Übungen: Autosuggestion (8) Übungen: Wunschverwirklichung (9) Übungen: Lichtenergie bzw. Lebenskraft aufnehmen (10) Ritual-Beispiel: Grundzüge eines Wicca-Rituals (11) Mentales Reisen (12) Nachwort (A) Anhang - Quellen und Literaturhinweise (0) Vorwort Der folgende Einführungs-Text ist entstanden, um ein paar Antworten auf die "klassischen" Fragen liefern zu können, die gerne in den Esoterik-Chats im Internet gestellt werden: Seit ihr wirklich Hexen (Magier, ...)? Was zaubert ihr denn so? Was ist denn überhaupt Magie? Er besteht im Wesentlichen aus drei Teilen: Ein wenig Theorie in den ersten beiden Kapiteln (1) und (2), dann praktische Übungen in den folgenden Kapiteln (3) bis (11) und schließlich noch ein Ausblick auf verschiedene Wege im letzten Kapitel (12) sowie Literaturhinweisen im Anhang. Wer mag, kann die Theorie-Kapitel zunächst einmal nur grob überfliegen, und sich direkt den praktischen Übungen widmen. Sie bauen zwar aufeinander auf, können aber auch einzeln und gleichzeitig geübt werden. Bloß keine Scheu - Magie und Hexentum ist vor allem praktisches Arbeiten... Bedanken möchte ich mich hiermit bei allen denjenigen, die durch konstruktive Kritik und hilfreiche Tips zu diesem Text beigetragen haben, insbesondere (und ohne Anspruch auf Vollständigkeit) danke ich Andariel, Diana (Claudia), Chestnut, Cobi, Elspeth, Ursus, Xenia, Zaubi und allen, die sich jetzt in dieser Liste vermissen. Seid gesegnet (B*B - Blessed Be)! (Gudihl - Köln, 2002-12-21) Teil I - Theorie (1) Begriffsklärung: Was ist Magie? Verbindung Magie und Psychologie Was ist "Magie"? Eine recht brauchbare, moderne Definition lautet: "Magie ist die Kunst, willentlich Bewußtseinsänderungen herbeizuführen." (Nach Dion Fortune, wird auch Aleister Crowley zugeschrieben.) Siehe dazu auch Butler [1]. Dies mag, für sich allein gestellt, zunächst recht unspektakulär erscheinen. Wie wir später sehen werden, ist das eigentliche Bewußtsein jedoch Dreh- und Angelpunkt unserer Realität. (Dies folgt direkt aus dem 1. Prinzip, siehe Kap. (2b).) Verändern wir unser Bewußtsein, verändern wir unsere Realität! Was ist nun mit Bewußtsein gemeint? Dazu eine kleine Exkursion in die Psychologie: Es wird zwischen dem Wachbewußtsein und dem sog. Unter- bewußtsein unterschieden. Während das Wachbewußtsein vor allem in Sprache "denkt", arbeitet das Unterbewustsein mit Symbolen. Deshalb bedient man sich hier besser der Visualisierung (bildhaften Vorstellung), wenn man das Unterbewußtsein ansprechen will, da Bilder einfacher "übersetzt" werden können als Sprache. Dazu folgen später einige praktische Übungen. Es gibt gewisse Untersuchungen, die besagen, daß dem Unterbewußtsein sehr viel mehr Kapazität als dem Bewußtsein zu Verfügung steht (90% - man denke an einen Eisberg), siehe auch Wilson [2]. Es erscheint also lohnenswert, sich mit Techniken (z.B. Autosuggestion) vertraut zu machen, die eben diese Kapazität nutzbar machen. Wenn wir uns nun das Bewußtsein in verschiedenen Schichten vorstellen, dann finden wir "oben" eben unser Wachbewustsein und "unten" das Unterbewußtsein. Irgendwo können wir eine Grenze ziehen, welche durch verschiedene Übungen so gesenkt werden kann, so daß eben gewisse, vorher unterbewußte Gedanken und Gefühle nun an die Oberfläche gelangen können. Ferner findet man in den tieferen Schichten des Unterbewußtseins so eine Art "kollektives Bewußtsein" (Gemeinschaftsbewußtsein), welches dann den Übergang des eigenen "Individualbewußtseins" nach außen darstellt. Die modernere Psychologie unterscheidet nun zunächst drei sog. Instinkte: Der Selbsterhaltungstrieb oder Wille zum Leben, der Sexualinstinkt oder Schöpferwille und schließlich der Herdeninstinkt oder Gemeinschaftstrieb. Diesen fügte der Psychologe C. G. Jung noch einen vierten zu, den religiösen Instinkt als Gegenpol zu den drei vorgenannten, biologischen Triebformen. Er ist ein wesentlicher Teil des Wesens Mensch und zieht den sich entwickelnden Menschen zu immer größeren Höhen hinan. Er kann durchaus gleichgesetzt werden mit dem, was die Okkultisten das Überbewußtsein oder das Höhere Selbst nennen, die Magier den Heiligen Schutzengel. (Siehe Butler [1].) (2) Grundlagen: Körper, Geist und Seele sowie die Grundprinzipien Die folgenden Grundlagen, insbes. die Grundprinzipien, sind im wesentlichen aus "Der Stadtschamane" von King [7] übernommen und dort genauer nachzulesen. Übrigens definiert King den Schamanen als Heiler von Beziehungen (aller Art), also zwischen Körper, Geist und Seele, zwischen Personen, zwischen Personen und Orten, ... (a) Körper, Geist und Seele: Im Huna (-Schamanismus) sitzt das Unterbewußtsein im Körper, wo es vor allem die Aufgabe hat, Erinnerungen in den Muskelgruppen zu speichern. Um sich dies klar zu machen, versuche man einmal, sich komplett zu entspannen und dann starken Ärger oder Haß hinaufzubeschwören, und dabei völlig entspannt zu bleiben. Dies wird nicht gelingen. Das Unterbewußtsein verfolgt wesentlich das Ziel Freude (Lust). Man beachte, daß Schmerz z.B. das Gegenteil von Freude ist, also der Körper (das Unterbewußtsein) versucht, Schmerz in jeglicher Form zu vermeiden! Dem Geist ordnet man den Verstand zu, dessen Ziel die Ordnung ist. Von besonderem Interesse ist hier vor allem die Kommunikation zwischen dem Geist und dem Körper, respektive dem Bewußtsein und dem Unterbewußtsein. Idealerweise geschieht diese auf einer partnerschaftlichen Basis, also weder über- kontrolliert (autoritär), noch unkontrolliert (anti-autoritär). Im ersten Fall werden alle Taten (Bewegungen) zum erreichen des Ziels recht hölzern, unharmonisch und somit unnatürlich wirken, im zweiten Fall wird man das Ziel sowieso nicht erreichen, da jede Ablenkung vom Unterbewußtsein genutzt wird. In der Seele schließlich wohnt das Überbewußtsein (welches sich als innere Stimme bzw. Gewissen zu erkennen gibt) mit dem Ziel der Harmonie. Somit stellen wir fest, daß unsere natürlichen Grundbedürfnisse Freude (Lust), Ordnung und Harmonie sind. (b) Die (sieben) Grundprinzipien: Im Huna (-Schamanismus) sind (nach King [7]) sieben Grundprinzipien bekannt, welche im folgenden kurz genannt und erläutert werden. Dabei stehen dann immer noch einige Folgerungen, die sich ergeben können, wenn man diese Prinzipien akzeptiert. Der Begriff "Huna" beschreibt den hawaiianischen Schamanismus, welcher sich dadurch auszeichnet, daß seine Mitglieder den Weg des Abenteurers folgen, wohingegen die meisten Schamanen den Weg des Kämpfers wählen. Mehr dazu unten. 1. Prinzip: Die Welt ist, was du dir unter ihr vorstellst (IKE - The World Is What You Think It Is)! Eigentlich legen wir unsere Welt durch unsere Denkweise fest: Eine Flasche Wasser kann halb leer, oder halb voll sein. Ferner ist bekannt, daß uns negative Gedanken krank machen können. Zusammenfassend stellen wir fest: Positive Gedanken ziehen positive Leute und Ereignisse an, negative Gedanken eben das Gegenteil. FOLGERUNG: Alles ist ein Traum! Die Schamanen glauben, daß sie ihr Leben ins Dasein erträumen. Es bedeutet, daß Träume wirklich sind und die Wirklichkeit ein Traum. Folglich ist die Wirklichkeit, die du im Moment erlebst, nur einer von vielen Träumen. FOLGERUNG: Alle Systeme sind willkürlich! Ein jedes System, das das Leben und seine Mechaniken erklären will, beruht willkürlich auf gewissen Entscheidungen, bestimmte Erklärungen von Erfahrungen zu akzeptieren. Anmerkung: Daß positive Gedanken positive Leute und Ereignisse anziehen und negative Gedanken das Gegenteil, erinnert ein wenig an das 7. Prinzip (s.u.). Wie schon die zweite Folgerung aus diesem 1. Prinzip besagt, solle man in Erinnerung behalten, daß dies hier Grund-Annahmen sind, ohne Anspruch auf alleinige Wahrheit. Sie beschreiben ein Modell, daß uns helfen soll, die Welt zu verstehen. 2. Prinzip: Es gibt keine Grenzen (KALA - There Are No Limits)! Das Universum ist unendlich und muß es unter unserer Annahme, alles sei ein Traum, auch sein. Es stellst sich eher die Frage, wie wir unsere Grenzen erklären. Dazu kann man zwei Arten der Grenzen betrachten; kreative und gefilterte. Das Konzept der kreativen Begrenzung setzt das gewollte Etablieren von Grenzen innerhalb eines unendlichen Universums voraus, um gewisse Erfahrungen zu bewirken. Dieses physikalische Universum, daß wir durch unsere Sinne erfahren, mag das Resultat sein einer kreativen Auswahl begrenzender Faktoren, die von einem Gott oder unserem Höheren Selbst getroffen wurden, welche es uns ermöglichen, das Leben auf der Erde zu erfahren. Im Gegensatz dazu stellen gefilterte Grenzen hier diejenigen aus Ideen und Glauben verursachten Grenzen dar, die Kreativität verhindern, statt sie zu erweitern, wie z.B. Glauben, welche Hilfs- und Hoffnungslosigkeit, oder Rache und Grausamkeit vermitteln. Solche gefilterten Grenzen verursachen Aufmerksamkeiten ohne die Möglichkeit positiver Taten. FOLGERUNG: Alles ist miteinander verbunden! Jeder Teil des Lebens ist mit jedem anderen Teil des Lebens verbunden, und was einen beeinflußt, beeinflußt alle zu einem unterschiedlichen Grad. Somit können wir die Möglichkeit der Beeinflussung über Entfernung annehmen, welche für viele Arten der Heilung und Manifestation gebraucht wird. FOLGERUNG: Alles ist möglich! Gibt es keine Grenzen, ist natürlich alles möglich. FOLGERUNG: Trennung ist eine nützliche Illusion! Damit uns dieses Prinzip und seine Folgerungen nicht völlig lähmen, ist es nützlich und angebracht, gewisse kreative Einschränkungen anzunehmen. Pures Einfühlen (Empathy) macht dich ähnlich hilflos wie derjenige, der leidet. Die Lösung ist ein wenig Trennung, welche zu Mitgefühl führt, wo du das Leiden wahrnimmst, und gleichzeitig merkst, daß es nicht dir passiert. Dann kannst du dem Leidenden helfen, dem Leiden zu entgehen. Der Hauptpunkt ist, daß es wirklich keine Grenzen gibt. Somit kannst du entscheiden, Grenzen zu errichten, wo sie notwendig erscheinen. 3. Prinzip: Energie fließt dort, wohin Aufmerksamkeit gerichtet ist (MAKIA - Energy Flows Where Attention Goes)! Zwei wesentliche, und schon lange erfolgreich von Schamanen benutzte Praktiken sind Hypnose und Meditation. Beide richten Aufmerksamkeiten aus, und lassen somit Energien (in neue Muster) fließen. Dies ist deshalb nützlich, weil unsere Erfahrungen im wesentlichen auf wiederholter Aufmerksamkeit unseres Unterbewußtseins beruhen. Somit ist es notwendig, um Veränderungen zu bewirken, diese Aufmerksamkeiten eben in neue Muster zu lenken. FOLGERUNG: Aufmerksamkeit wird dorthin gerichtet, wo Energie fließt (Attention goes where energy flows)! Natürlicherweise richten wir unsere Aufmerksamkeit auf helles Licht, glänzende Sachen und laute Geräusch. Diesen dreien ist ihre Energieintensität gemeinsam. Aufmerksamkeit folgt jeder starken Energiequelle, welche unsere Sinne beeinflußt, und zwar auch diejenigen subtilen Sinne, welche den meisten Leuten nicht bewußt sind. FOLGERUNG: Alles ist Energie! Dies ist nicht neu weder in der Physik noch in der Metaphysik. Interessant sind die Implikationen, z.B. das Gedanken Energie sind und somit in physische Energie gewandelt werden können, dies auch noch verstärkt durch Gefühl und/oder Überzeugung. 4. Prinzip: Jetzt ist der Augenblick der Kraft (MANAWA - Now Is The Moment Of Power)! In der schamanischen Tradition wird der Glaube vertreten, daß nicht die Vergangenheit dir gegeben hat, was du heutzutage hast, und dich auch nicht zu dem macht, was du heutzutage bist. Es sind deine Glauben, Entscheidungen und Taten heute bzgl. dir selbst und deiner Umwelt, welche dir geben, was du hast und dich zu dem machen, was du bist. Karma existiert und arbeitet nur im jetzigen Moment. Deine Umgebung und Umstände in diesem Moment reflektieren direkt dein mentales und physisches Verhalten in diesem Moment. Dank der Erinnerung vermögen wir unsere körperlichen und geistigen Angewohnheiten von einem in den nächsten Tag tragen, trotzdem ist jeder Tag eine neue Kreation, und jede Gewohnheit kann in jedem jetzigen Moment geändert werden, mag dies auch nicht leicht sein. In dem Grad, wie du dich im jetzigen Moment veränderst, also deine Gedanken und dein Verhalten, so änderst du deine Welt. FOLGERUNG: Alles ist relativ! Wie definieren wir das Jetzt? Die einfachste und praktischste Definition ist: Der Bereich oder Zeitraum der aktuellen Aufmerksamkeit. Dies kann je nach Focus eine Sekunde oder auch ein Jahr sein. Relativ dazu ergeben sich dann auch Vergangenheit und Zukunft. Wenn wir vergangene Aspekte in unsere Aufmerksamkeit und unser Bewußtsein rücken, liegen sie im Bereich unserer Macht, sie zu verändern. Somit können wir aus der Gegenwart heraus sowohl Vergangenheit als auch Zukunft beeinflussen. FOLGERUNG: Macht wächst durch sensorische Aufmerksamkeit! Viele Leute leben heutzutage in der Welt, obwohl sie gar nicht hier sind. Sie richten ihre Aufmerksamkeit hauptsächlich auf Erinnerungen der Vergangenheit, Projektionen in die Zukunft und Fantasien über andere Welten oder sich selbst. Dies ist nur hilfreich, wenn es dabei um Entspannung und Selbstentwicklung oder ähnliche Wünsche geht. Nach dem dritten Prinzip folgt Energie der Aufmerksamkeit. Je mehr man also seine Aufmerksamkeit auf seine Sinne richtet, desto mehr wird man auch erfahren und erleben. Anmerkung: Die erste Folgerung (Alles ist relativ!) aus dem 4. Prinzip mag zunächst etwas krass erscheinen, weil wir es gewohnt sind, mit dem "Jetzt" nur diesen, einen, Augenblick zu bezeichnen - was etwas unpraktisch ist, weil dann einfach alles entweder in der Vergangenheit oder (näheren) Zukunft liegt. Ferner wirken unsere Aktionen ja (aus dieser Sicht) immer in die Zukunft, so daß es letztlich nur auf die Auswirkungen in eben dieser ankommt. Unter diesem Gesichtspunkt betrachte man die Folgerung nochmal. 5. Prinzip: Zu Lieben heißt damit glücklich sein (ALOHA - To Love Is To Be Happy With)! Dies ist die hawaiianische Bedeutung der Liebe. In einer jeden Beziehung zu einer Person, einem Ort oder einem Ding kommt der glückliche Teil aus der Liebe, und der unglückliche aus Furcht, Zorn (anger, auch: Wut) und Zweifel. Du kriegst keine feuchten Hände aus Liebe, sondern aus Furcht. Liebe tut nicht weh, sondern Zorn verursacht Schmerz. Innig zu lieben heißt innig verbunden zu sein. FOLGERUNG: Liebe wächst mit sinkender Verurteilung! Dies folgt eigentlich aus der direkten Umkehrung des Prinzips 5, denn Verurteilung hindert glücklich sein und damit Liebe. FOLGERUNG: Alles ist lebendig, aufmerksam, und verantwortlich! Das Leben ist nicht begrenzt auf Pflanzen, Tiere und Menschen, sondern definiert sich durch Bewegung. Manches bewegt sich langsam, so wie Steine, anderes sehr schnell, wie das Licht. Dies alles ist für den Schamanen lebendig. Auch folgt aus dem zweiten Prinzip, weil die Quelle des Lebens unendlich ist, und sich selbst bewußt, das alles selbstbewußt und damit zu einem gewissen Grad verantwortlich ist gegenüber dem, was um es herum geschieht. 6. Prinzip: Alle Macht kommt von Innen (MANA - All Power Comes From Within)! Nach der Philosophie des Huna-Shamanismus kommt alle Macht aus dir selbst, aus Körper, Geist und Seele. Wenn es keine Grenzen gibt, ist das Universum, also die Quelle des Lebens, ebenfalls unendlich. Wenn es unendlich ist, dann ist all seine Macht an jedem Punkt zu finden, auch an dem Punkt, den du als dich definierst. FOLGERUNG: Alles hat Macht! Man sollte nun nicht dem Trugschluß verfallen, daß andere an den eigenen Erfahrungen völlig unbeteiligt sind, also alle Macht bei einem selbst liegt, sondern jeder hat die Macht, seine eigenen Erfahrungen zu erzeugen. In einer Situation, wo mehrere beteiligt sind, hat jeder die Macht, seine eigenen Erfahrung zu erzeugen. Jeder hat die gleiche Macht. FOLGERUNG: Macht kommt aus Authorität! Wenn man mit Autorität spricht, heißt das, man spricht mit Überzeugung. Du bist überzeugt, daß deine Worte etwas bewirken werden. Hierin liegt das Geheimnis um die Macht der Gebete, Segnungen, Sprüche und Bekräftigungen. Sie haben in dem Maße Macht, in welchem sie mit Autorität gesprochen werden. 7. Prinzip: Wahrheit wird an Effektivität gemessen (PONO - Effectiveness Is The Measure Of Truth)! Manche Leute glauben, der Zweck heilige die Mittel. Dieses Prinzip besagt das genaue Gegenteil, nämlich daß die Mittel das Endergebnis festlegen. Gewalt als Mittel erzeugt Gewalt, und friedliche Mittel erbringen friedliche Ergebnisse. Erreicht man Erfolg durch Rücksichtslosigkeit, werden andere rücksichtslos reagieren, während wenn man dadurch Erfolg hat, daß man hilfreich gegenüber anderen ist, werden andere schließlich hilfreich sein. Das Prinzip sagt auch aus, daß das richtig wichtig ist, was funktioniert. Eine absolute Wahrheit und eine absolute Wirklichkeit sind von keinerlei praktischem Nutzen. Schamanen sind Pragmatiker - sie wählen jedes Mittel, was zur Heilung (das ist das Hauptanliegen des Schamanismus) führt und wechseln sogar das (Glaubens-)System, wenn sich die Notwendigkeit ergibt; die Heilung ist das Ziel und die Effektivität das Kriterium, nicht der Beweis, eines gewissen Systems oder einer gewissen Methode. FOLGERUNG: Es gibt immer einen anderen Weg, irgendetwas zu bewerkstelligen! In einem unendlichen Universum hat jedes Problem immer mehr als nur eine Lösung. Dies bedeutet, daß man niemals aufgibt, wenn das Ziel wichtig ist, sondern nur seinen Ansatz wechselt. Das Leben, und die Möglichkeiten, es zu verbessern, existiert in endlos vielen Variationen und Möglichkeiten. Es gibt immer einen anderen Weg. Teil II - Praxis (3) Erste Übung: Die innere Stimme Als eine der ersten Übungen empfiehlt es sich, die eigenen Energien bei sich behalten zu können und ein Gespür für die innere Stimme zu entwickeln. Dazu ein Auszug aus einem sehr schönen Text aus Mohr [3]: Make a stronger commitment to yourself (Geh' eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber ein) [...] Alles, was automatisch ist, ist ein Hindernis für dich. Das Leben soll ein Weg von wachsendem Bewußtsein werden. Und deshalb schlagen wir dir vor, daß du beginnst, eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber einzugehen. Es ist ganz einfach. Alles, was du benötigst, ist die Absicht, frei zu werden. Und mit dieser Absicht bittest du dein Selbst, eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber einzugehen. Was ist damit gemeint? Mit dieser stärkeren Verpflichtung dir selbst gegenüber? Wie kann sie dich beeinflussen? Wozu ist sie gut? Wir werden ein paar Worte über diese Dinge sagen. Indem du eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber eingehst, erklärst du deine Absicht, deine Wahrheit zu leben. Du erklärst deine Absicht, den Mut zu beanspruchen, der nötig ist, um deine Wahrheit zu leben. Du erklärst, daß du in Einheit leben möchtest und in Liebe und in der Freude, die all diesen Dingen ganz natürlich folgt. Jedesmal, wenn du beschließt, eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber einzugehen, stellen sich diese Dinge ganz automatisch ein. [...] Geh' eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber ein! Stell' dich selbst an die erste Stelle. Kümmere dich um dich selbst. Wenn du dich selbst liebst, dann ist große Freude in dir. Wenn du dich selbst liebst, wenn du dich glücklich fühlst, dann schaust du dich um: "Wie kann ich meine Freude teilen? Wie kann ich diese Liebe teilen? Diese Liebe ist so stark, wem kann ich sie geben? Denn da ist noch viel mehr im Inneren, das herauskommen möchte." Und dann beginnst du, anderen zu helfen. Aber mit großer Freude und Wertschätzung dafür, daß sie dir erlauben, etwas von deiner Liebe und Freude mit ihnen zu teilen! Du bist dankbar für die Gelegenheit, von diesem Überfluß mit großer Freude geben zu dürfen! Darum: Setze immer dein Selbst an die erste Stelle! Geh' eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber ein! [...] Du bist dir bewußt, daß du viele Gewohnheiten hast, viele Gedankenmuster, von denen du nicht wünschst, daß sie überhaupt da sind, aber sie sind da. In der Vergangenheit hast du vielleicht versucht, sie zu analysieren: Warum bin ich so? Was habe ich falsch gemacht? Wie kann ich mich ändern? Zu welchem Therapeuten soll ich gehen? Wie viele Gruppen kann ich dieses Jahr besuchen? Vielleicht hast du ein wenig nachgedacht und verstanden, woher diese Gewohnheiten und Gedankenmuster kommen. Wir sagen dir jetzt: Es ist keine Zeit mehr, weiter zu analysieren oder etwas aufzuarbeiten. Es ist Zeit, diese Gedankenmuster, diese Gewohnheiten, die dir nicht länger dienlich sind, einfach aufzulösen. Diese simple Methode ist alles, was du brauchst: Geh' einfach eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber ein! Wenn du eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber eingehst, löst du diese Gedankenmuster auf. Diese Gedankenmuster sind nur Energie. Sie werden in deinem Energiekörper festgehalten, weil du fortfährst, Energie in sie hineinzusenden. Jedesmal, wenn du über deine Schwierigkeiten und Automatismen nachdenkst, stärkst du sie. Weil du deine Gedankenkraft genau darauf richtest. Jedesmal, wenn du versuchst, sie zu analysieren, stärkst du sie! Und deshalb: Geh' von diesem Moment an, wo du dies liest und wann immer du etwas an dir bemerkst, das dir nicht gefällt, genau in diesem Moment des Bewußtwerdens eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber ein! Diese einfachen Worte: "Ich gehe eine stärkere Verpflichtung mir selbst gegenüber ein!" senden eine Energie aus, die beginnt, diese Gedankenmuster aufzulösen! Fahre fort, dies zu tun. Jedesmal, wenn dir etwas begegnet, das du nicht länger in deinem Energiekörper haben möchtest, denke: "Ich gehe eine stärkere Verpflichtung mir selbst gegenüber ein!" Und Wunder werden geschehen! Sei bereit für diese Wunder! Analysiere nicht, geh' statt dessen eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber ein! Es wird ein paar Tage dauern, während du diese Technik intensiv anwendest, doch dann wirst du beginnen, kleine Veränderungen wahrzunehmen. Erkenne diese Veränderungen an. Es ist wichtig, die Veränderungen anzuerkennen. Du wirst bemerken, daß dir immer öfter Dinge bewußt werden, die du nicht länger haben möchtest. Erkenne diese höhere Wahrnehmung an, und geh' eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber ein. Diese Gedankenmuster und Gewohnheiten werden beginnen sich aufzulösen. Jedesmal, jedes einzelne Mal, wenn dir etwas an dir selbst auffällt, das du nicht länger haben möchtest, analysiere nicht, versuche nicht, es zu ändern. Geh' einfach nur eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber ein! Das bedeutet, daß du alles wiederfindest: deine Freude, deine Liebe, deine Wahrheit und den Mut, deine Wahrheit zu leben, dich selbst zu leben und unterstützt zu werden von der Gesamtheit der Existenz. Fühle die Energien des gesamten Universums um dich herum. Lade sie in deinen Körper. Sage der gesamten Existenz, daß du bereit bist, unterstützt zu werden. Du bist bereit, deine Wahrheit zu leben. Du bist bereit, das zu leben, was du bist. Du bist bereit, eine stärkere Verpflichtung dir selbst gegenüber einzugehen. Denn du weißt, wenn du voll Freude bist, wird deine Freude überquellen und sich mitteilen. Leben ist Fülle. Lebe deine Fülle! Quelle: Stargates [...] Anmerkung: Ein lieber Bekannter hat mich darauf hingewiesen, daß dies praktisch einer (dauernden) Verdrängung gleichkommt, und somit der sog. "Schattenarbeit" (das Bewältigen von Problemen durch Akzeptanz) völlig widerspricht, und außer- dem (psychologisch gesehen) nicht ganz ungefährlich ist. Wir wollen an dieser Stelle feststellen, daß die oben genannte Übung einen anderen Ansatz wählt, wobei eben dem Unterbewußtsein signalisiert wird: Lös die unwillkommenen Gedan- ken auf, setzte deine Energie lieber sinnvoll für dich ein! Die befürchtete Verdrängung findet also (nur) im Bewußtsein statt, während das Unterbewußtsein ja entlastet wird, was sich wiederum positiv in unserem Sinne zurück auf das Bewußtsein auswirkt. Zu den Gefahren sei angemerkt, daß Veränderungen in unserem Denken bzw. unserem Bewußtsein, das ja auch unser ganzes Weltbild definiert, niemals völlig ungefährlich sind. Die eigentliche Beeinflussung hier ist dabei noch eine recht harmlose, weil man sich ja gegenüber sich selbst verpflichtet. Echte Verdrängung hingegen wird im nächsten Kapitel explizit geübt... (4) Übungen: Gedankenkontrolle Als nächsten Schritt empfiehlt es sich, einige Übungen zur Kontrolle der eigenen Gedanken auszuführen, die von Bardon [4] entnommen wurden: Jede dieser folgenden drei Übungen ist zunächst etwa eine Minute lang durchzuhalten, und dann langsam zu steigern, wobei man nicht über eine halbe Stunde hinausgehen sollte. Zehn bis fünfzehn Minuten jeweils sollten eigenlich reichen. (a) Gedankenkontrolle: Man setze sich bequem auf einen Stuhl und beobachte ganz unvereingenommen den Lauf der eigenen Gedanken, schlafe bei dieser Übung jedoch nicht ein! Nach einer gewissen Zeitspanne sollte man in der Lage sein, sich aller Gedanken bewußt erinnern zu können. Diese Übung zunächst auf eine Minute begrenzen, und diesen Zeitraum langsam steigern. (b) Gedankenstille: Man versucht eine Minute lang, nicht zu denken - also jeden Gedanken energisch abzuweisen. Es kann bei dieser Übung helfen, sich eine weiße (neutrale) Fläche oder Wand vorzustellen. Auch diesen Zeitraum langsam verlängern. (c) Gedankenkonzentration: Die dritte Übung beschäftigt sich damit, daß man über einen gewissen Zeitraum (eine Minute zu Beginn) einen einzigen Gedanken verfolgt und aufrechterhält. Jeden anderen Gedanken weist man streng ab. Diese drei Übungen kann man hintereinander, oder - wenn es die Zeit erlaubt - auch gleichzeitig angehen. Vielleicht nimmt man sich vor, tgl. je eine Minute länger zu üben, so daß man nach etwa einem Monat alle drei Übungen jeweils über zehn Minuten beherrscht. Es empfielt sich evtl., ein "magisches" Tagebuch (auch Spiegel-Buch genannt) zu führen, wo man Erfolge, Mißerfolge und allgemein Fortschritte schriftlich festhält. (5) Der magische Seelenspiegel Da es bei der Magie um die willentliche Veränderung des Bewußtseins geht, sollte man sich irgendwann der eigenen Persönlichkeit klar werden. Eine Möglichkeit besteht in der Aufstellung eines sog. "magischen Seelenspiegels". Dazu nimmt man ein Blatt Papier (oder ein bis zwei Seiten des oben genannten Tagebuchs) und unterteilt in "positiv" und "negativ". Unter positiv vermerkt man diejenigen Eigenschaften, die man an sich selbst als positiv erachtet, auf der anderen Seite eben alle negativen. Man verbringe etwa eine Woche damit, diesen Spiegel aufzustellen - immer, wenn etwas auffällt, was bisher nicht vermerkt war, sollte man sich dies merken oder aufschreiben und später eintragen. So wird man ein Bild der eigenen Persönlichkeit entwickeln, die nachher entsprechend "umgebaut" werden kann. Das Ziel ist es natürlich, die "negativen" Seiten zu schwächen bzw. ganz aufzulösen, und die Stärken auszubauen, solange sie nicht ins Negative umschlagen! (6) Übungen: Visualisieren Die direkteste Möglichkeit, mit dem eigenen Unterbewußtsein zu kommunizieren, ist das Visualisieren, also das bildliche Vorstellen - da das Unterbewußtsein selbst mit Symbolen arbeitet. Visualisieren (bzw. Imaginieren) ist im Grunde eine leichte Sache, die wir als Kinder alle beherrschten und evtl. nur wieder verlernt haben. Es geht einfach darum, sich etwas (schönes z.B.) vorzustellen. Denkt an eure Lieblingsblume - die Blüten, den Stiel, die Blätter. Je mehr man darüber nachdenkt, desto detaillierter wird das Bild in den eigenen Gedanken, so daß man sie nach einiger Zeit fast vor Augen sieht. Dies kann man erst mit geschlossenen Augen üben, und sollte nachher in der Lage sein, sich etwas auch bei offenen Augen so vorzustellen, daß es plastisch sichtbar ist. Womöglich hilft es, sich am Anfang eines Anschauungsobjekts zu bedienen. Man betrachtet es, schließt die Augen und stellt es sich vor, guckt zur Kon- trolle erneut, usw. Dies kann man natürlich nicht nur mit den Augen machen (obwohl das Sehen wohl am wichtigsten ist), sondern auch mit den anderen Sinnen: Gehör, Geruch, ... Wenn möglich, versuche man, sich Szenen vorzustellen und mit bis zu drei Sinnen nachher gleichzeitig zu "erleben". Diesen Übungen kommt nachher die größte Bedeutung zu, weil alles über mentale "Tricks" läuft, die Imagination eben. Wer sich vor negativen Beeinflussungen schützen will, der kann sich einen Lichtkegel um sich herum vorstellen, der eben nur positive Energien durchläßt. Möchte man sich "erden" (also wieder in die physische Realität zurückfinden, negative Energien loswerden), so kann dies dadurch geschehen, daß man sich selbst als Baum vorstellt, dessen (imaginäre) Wurzeln sich in die Erde erstrecken und dort einen Energieaustausch vollziehen. (7) Übungen: Autosuggestion Unter Autosuggestion versteht man allgemein die Kunst der Selbsthypnose oder Selbstbeeinflussung, üblicherweise durch mehrfaches, wiederholtes Anwenden (Aussprechen, oder gedanklich Formulieren) einer "Suggestionsformel", also einem Kommando-Satz an das eigene Unterbewußtsein. Diese Übungen dienen dem Umbau des eigenen Bewußtseins und können parallel zu den Visualisierungsübungen aus Kapitel (6) trainiert werden. Die Übungen aus dem Kapitel (4) zur Gedankenkontrolle sind sowieso das ganze Leben beizubehalten. Voraussetzung für die willentliche Änderung des (in diesem Fall eigenen) Bewußtseins ist natürlich eine gewisse Übersicht desselben. Diese Übersicht gewinnt man mit Hilfe des magischen Seelenspiegels aus Kapitel (5). Die Autosuggestion ist nun ein einfacher Trick, um eben gewisse Eigenschaften zu stärken oder zu schwächen, je nach Bedarf. Dabei ist zu beachten, daß die Formeln, derer man sich bedient, immer positiv und aktiv in der Gegenwart ausgedrückt werden. Das Unterbewußtsein kennt kein "nicht" bzw. "nein", und ein Wunsch in der Zukunft wird auch in dieselbe verlagert, so daß dem Unter- bewußtsein ein Ausweg zur Verfügung gestellt wird, den es auch nutzt. Es ist also die Suggestionsformel so aufzubauen, daß sie schon als vollendete Tatsache verstanden werden kann, ohne verneindende Ausdrücke. Hat man sich den Wunsch entsprechend den obigen Regeln aufgebaut, kann die Formel jetzt "verankert" werden: dies entweder durch dauerndes Wiederholen tagsüber, oder, was effektiver ist, kurz vor dem Einschlafen bzw. nach dem Aufwachen. Am wirksamsten ist es, wenn man den Wunsch (den man sich ja als schon verwirklicht vorstellt) mit in den Schlaf hinübernimmt, so daß das Unterbewußtsein die ganze Nacht an der Verwirklichung des selben arbeiten kann. Wie oben gesagt sollte man diese Methode benutzen, um gewünschte Eigenschaften zu verstärken, und unerwünschte abzubauen bzw. erstmal zu schwächen. Den Seelenspiegel kann man dann jeweils korrigieren, bis man mit der eigenen Persönlichkeit zufrieden ist. (8) Übungen: Wunschverwirklichung Während die Autosuggestion aus dem vorigen Kapitel (7) sicher eine der stärksten Methoden zur Beeinflussung des Unterbewußtseins ist, werden hier noch drei weitere Übungen angegeben, wie allgemein Wünsche (welche den Regeln aus besagtem Kapitel (7) entsprechend formuliert sein sollten) verwirklicht werden können (lies hierzu auch Bardon [4]): (a) Wunschatmung: Mit der eingeatmeten Luft verbinde man einen sich als bereits verwirklicht vorgestellten Wunsch, dessen Energie man somit über seinen physischen Körper auch in die höheren Ebenen (die unterbewußten Schichten) mit übernimmt, wo sie dann wirken können. So etwa sieben Atemzüge reichen zunächst völlig aus, dabei ruhig und entspannt atmen. Später kann man die Übung auf bis zu 30 Atemzüge ausdehnen (max. 10 Minuten), je nach Bedarf. (b) Bewußte Nahrungsaufnahme: Auch mit dem Essen können analog der Übung (a) als verwirklicht vorgestellte Wünsche dem Körper zugeführt werden. Speisen und Getränke lassen sich hier mit Wünschen verschiedener Qualität aufladen, man sollte ein wenig darüber meditieren, welche Art Wünsche besser zu der Atemübung (a), oder zur Nahrung beziehungsweise den Getränken aus dieser Übung passen. Grundsätzlich sollte man bewußt essen, das Essen also als Energieaufnahme verstehen und nicht hektisch "zwischendurch" was zu sich nehmen bzw. beim Essen sich mit Lesen oder Gesprächen ablenken lassen, wenn man Wunschverwirklichung anstrebt. (c) Waschen: Auch das Wasser, mit dem man sich reinigt, kann ein starker Wunschträger sein. Hier hat das Wasser sogar zwei Qualitäten: Es gibt einerseits das, womit wir unseren Körper reinigen, und das, was nachher in den Abfluß fließt nach geschehener Reinigung. Man kann nun in das abfließende Wasser gewisse negative Eigenschaften (vergleiche Kapitel (7) mit dem Verweis auf Kapitel(5)!) hinein imaginieren, die einfach von uns abgewaschen und somit geschwächt bzw. nach und nach aufgelöst werden. Ähnlich kann man mit der ausgeatmeten Atemluft aus der Atemübung (a) verfahren. (9) Übungen: Lichtenergie bzw. Lebenskraft aufnehmen Dies hier ist eine vorbereitende Übung für viele spätere Techniken, und somit von gewisser Bedeutung. Außerdem kann sie, für sich alleine gesehen, Energien zur Verfügung stellen. Im Grunde geht die Übung analog zur Atemübung (a) aus Kapitel (8). Dazu stelle man sich das Universum als mit Licht (Energie bzw. Lebenskraft) gefüllt vor, und diese atme man bewußt ein. Zunächst durch Mund und Nase, später mit dem ganzen Körper durch alle Poren. Wer mag, kann, wieder entsprechend der Atemübung (a) aus Kapitel (8), auch eine negative Eigenschaft in die auszuatmende Luft legen, wie Schwäche, Müdigkeit, Trägheit, usw.. Mit dieser Übung füllt man nun den Körper mit Lebenskraft auf. Gelingt die Übung etwas besser, so wird man in der Lage sein, immer mehr Lebenskraft in sich aufzunehmen und regelrecht zu stauen. Sobald man dies in einem beliebigen Maß kann, ist das Ziel der Übung erreicht. Auch hier bitte wieder auf zunächst etwa sieben Atemzüge beschränken, und später die Übung auf höchstens 30 Atem- züge auszudehnen (max. 10 Minuten). Hat man eine gewisse Lebenskraft- bzw. Lichstauung erreicht, so ist am Ende der Übung diejenige Lichtmenge, die nicht mehr benötigt wird, durch bewußtes Ausatmen wieder ins Universum zu entlassen. Dazu atme man einfach normal ein und imaginiere in die auszuatmende Luft die Lichtenergie, die dem Universum zurückgegeben wird, bis wieder ein normales (bzw. das gewünschte) Maß an Energie erreicht ist. Daß dieses Entlassen überflüssiger Energie notwendig ist, darauf braucht wohl kaum speziell hingewiesen werden! (10) Ritual-Beispiel: Grundzüge eines Wicca-Rituals Früher oder später wird man sich mit der Ritual-Magie beschäftigen wollen. Jede Magierichtung verfügt in dem Sinne über eigene Techniken. Um den Zugang ein wenig zu erleichtern, werden hier die Grundzüge eines Wicca-Rituals aufgezeigt. Diese sind mehr als Richtlinien zu verstehen, da bei Wicca die Hexen gerne ihre Rituale den Gegebenheiten und Anforderungen anpassen. Zunächst wird durch die Ritualleiterin (Priesterin) ein Kreis gezogen (mit dem Stab oder dem Athame (ein "magischer" Dolch) physisch, und gleichzeitig mittels Imagination mental), der an einer Seite ein wenig offen bleibt, so daß er betreten werden kann. Dieser Kreis ist in Richtung des Sonnenkreises zu ziehen, also auf der Nordhalbkugel im Uhrzeigersinn. Der Kreis dient der Vorbereitung eines spirituellen Raums, in welchem das eigentliche Ritual, üblicherweise eine Anrufung (Invokation), stattfindet. Dann betreten die Ritualteilnehmer den Kreis, nachdem sie zuvor (durch z.B. Weihrauch) gereinigt wurden. Der Kreis wird sodann geschlossen. Wenn erwünscht, werden noch den Himmelsrichtungen entsprechend die Elemente angerufen, um den Kreis weiter zu verstärken: Luft im Osten, Feuer im Süden, Wasser im Westen und schließlich die Erde im Norden (dies wiederum im Uhrzeigersinn). Wer mit einem fünften Element (Akasha - das Ursachenprinzip) arbeitet, wird dies als letztes anrufen und der Kreismitte zuordnen. Damit ist der spirituelle Raum geschaffen, und die eigentliche Anrufung der dualen Gottheit, also Göttin und Gott, kann folgen. Der Göttin und dem Gott werden dann nach der Anrufung Opfer dargebracht, häufig in Form von Früchten und Pflanzen, Brot und Wein, und die eigentliche(n) Bitte(n), um die es im Ritual geht, vorgetragen. Die darzubringenden Opfer sind von der Priesterin gesegnet worden. Dem Gott und der Göttin wird für ihre Aufmerksamkeit gedankt und sie werden wieder entlassen, danach die Elemente - in umgekehrter Reihenfolge der Anrufung. Der Kreis wird geöffnet, in umgekehrter Richtung aufgelöst und das Ritual abgeschlossen durch den Verzehr von mitgebrachtem Wein und Brot, damit sich die Ritual-Teilnehmer "erden" können, also wieder in die physische Welt zurückfinden. Zu guter Letzt wird der Ritualplatz aufgeräumt, das heißt in den natürlichen Zustand von vor dem Ritual zurückversetzt. Später wird die Ritualleiterin das Ritual und seine Eindrücke in ein Ritualbuch eintragen, das sog. "Buch der Schatten" - wieder eine Art Tagebuch. Im Gegensatz zum Spiegel-Buch aus Kapitel (4) kann das Buch der Schatten weitergegeben werden, während das Spiegel-Buch seiner Natur nach nicht für fremde Augen bestimmt ist. Dies war ein grober Umriß eines Wicca-Rituals, welches jederzeit den Gegebenheiten durch Ergänzung von z.B. Tänzen und Gesängen angepaßt werden kann. Hier gibt es im Grunde keine festen Vorschriften, es ist im Gegenteil bei den Wicca sogar erwünscht, zu jeder Gelegenheit das passende Ritual (neu) zu "erfinden". Anmerkung: Eher üblich sind zwei Ritual-Leiter; Priesterin und Priester. Diese können später im Ritual auch als verkörperte Göttin und Gott den Ritus der Vereinigung (symbolisch) vollziehen. Auf der anderen Seite ist es jedoch kein Problem, Wicca auch alleine zu praktizieren. Man lasse sich bloß von niomanden einreden, Wicca könnte nur in festen Gruppen (sog. Covens / Zirkeln) gelebt werden! (11) Mentales Reisen Zum Abschluß der praktischen Übungen soll noch eine einfache Form des mentalen Reisens vorgestellt werden, im Wesentlichen aus King [7] entnommen: Hier wird die "schamanische Suche" (Traumreise) kurz angerissen. Ausgangspunkt einer jeden Reise ist der Garten - ein imaginärer Ort, der durch einen Tunnel erreicht werden kann. Der Schamane schließt die Augen und stellt sich vor, wie er durch den Tunnel (dieser kann z.B. in der Imagination kristallene Wände haben, je nach Vorliebe) schließlich in "seinen" Garten gelangt, ein Ort, welchen er durch wiederholtes Vorstellen und darin Verweilen immer präziser sozusagen erträumt (erdacht) hat. Er wird sich um diesen Garten kümmern, seine Pflanzen dort pflegen und evtl. mit seinen (erdachten) Tieren sprechen. Die geistige Welt der Schamanen besteht aus drei Ebenen: Die Oberwelt, die Mittelwelt (Anderswelt), und die Unterwelt. In der Oberwelt leben die Götter, in der Mittelwelt halten wir uns während unserer Träume auf, und in der Unterwelt begegnen wir unseren verkörperten Ängsten, Sorgen und Alpträumen. Möchte der Schamane nun in die Mittelwelt z.B. reisen, wird er sich am Ende seines Gartens einen Strand vorstellen und sein Ziel als eine Insel, welche er mittels eines Boots erreichen wird. Dort in der Mittelwelt wird er verschiedenen Tieren und Wesen begegnen und sich mit ihnen unterhalten. Hier ist kein großartiger Trick dabei. Die gesamte Reise findet in der Vorstellung des Schamanen statt. Und dieses Vorstellungskraft ist ja mit den obigen Imaginations- und Visualisierungsübungen hinreichend geübt worden. Als Suchender wird man auch die Unterwelt bereisen, um sich seinen verkörperten Ängsten und Sorgen zu stellen. Hier haben die Schamanen zwei Methoden, die mit ihrem Selbstverständnis zusammenhängen, diese Begegnungen zu überwinden: Die "Kämpfer" werden versuchen, sie niederzuringen (bzw. im Kampf zu besiegen), während die "Abenteurer" sie eher mittels ihres Verstands und ihrer Liebe überlisten mögen. Auch in der Unterwelt wird man irgendwann nach diesen Hindernissen eine wichtige Begegnung erfahren, das eigentliche Ziel der Suche. Zum Abschluß der Reise begibt er sich wieder mittels Boot zurück in seinen Garten, und von dort aus durch den Tunnel zurück in die Realität. Dies nur als kleiner Ausblick - genaueres lese man bei King [7] nach! Teil III - Nachwort und Anhänge (12) Nachwort Das in den Kapiteln (1) bis (9) beschriebene gilt zunächst erstmal allgemein, sollte also in jedem System funktionieren. Für die weitere Beschäftigung mit der Thematik sollte man sich jedoch ein geeignetes System aussuchen, sei es die Elemente-Magie, wie sie Bardon in seinem ersten Buch [4] behandelt, die westl. Ritualmagie (z.B. Butler [1] bzw. Gray [5]), der Schamanismus (z.B. King [7]), das Hexentum (gemeint ist hier Wicca - z.B. V. Crowley [8]), oder das Druiden- / Keltentum (z.B. O'Donohue [9] oder Senser, Lang [10]). Wichtig ist in diesem Zusammenhang nur, daß man sich, wenn man sich erstmal entschieden hat, den "Berg der Erleuchtung" auf einem gewissen Weg zu erklimmen, diesen auch durchhält und nicht beim ersten Hindernis umkehrt und einen anderen, scheinbar leichteren Weg sucht. Sonst wird man immer nur um den Berg herum wandern und ihn so niemals ersteigen können. Ferner mag es sinnvoll sein, sich zu Beginn einem Lehrer anzuvertrauen, doch bedenkte man, daß man, wenn man immer nur den Fußstapfen des Lehrers folgt, niemals eigene Wege gehen und auch den Lehrer niemals überholen wird. (A) Anhang - Quellen und Literaturhinweise [1] Walter E. Butler: "Die hohe Schule der Magie" (Verlag Hermann Bauer, Freiburg im Breisgau; 4. Auflage 1989) [2] Donald L. Wilson: "Mehr Willenskraft" (Willhelm Heyne Verlag München; 2. Auflage 1986) [3] Bärbel Mohr: "Bestellungen beim Universum" (Omega Verlag Düsseldorf; 5. Auflage 1999) [4] Franz Bardon: "Der Weg zum waren Adepten" (Verlag Hermann Bauer, Freiburg im Breisgau; 10. Auflage 1989) [5] William G. Gray: "Magie" (Wilhelm Goldmann Verlag, München; 1. Auflage 1992) [6] Dr. Josepf Murphy: "Die Macht Ihres Unterbewußtseins" (Heinrich Hugendubel Verlag (Ariston), Kreuzlingen/München; 64. überarb. Auflage) [7] Serge Kahili King: "Urban Shaman" * (Simon & Schuster Books; 1990) [8] Vivianne Crowley: "Wicca - The Old Religion in the New Millenium" * (Thorsons; 1996) [9] John O'Donohue: "Anam Cara: A Book of Celtic Wisdom" * (Cliff Street Books; 1998) [10] Anja Senser, Klaus Lang: "Heilbuch der Druiden" (W. Ludwig, München; 1999) [11] Kala Kos, John Selby: "Die Huna-Lehre" (Goldmann Verlag; 1999) Mit * gekennzeichnete Bücher sind in englisch - es mag teilweise deutsche Übersetzungen geben.